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Coaching – (noch) Zukunftsthema oder (schon) völlig überlaufen?

08. August 2017, Dorothe Fritzsche in Personal und Pädagogik

Coaching ist seit Jahren in aller Munde, aber eigentlich wissen nur wenige, was genau gemeint ist. Zum einen gab es eine regelrechte Inflation des Begriffs für alle möglichen Arten von Beratung und Training in so ziemlich allen erdenklichen Bereichen. Tatsächlich ist der Begriff „Coach“ nicht geschützt, jeder kann sich Coach nennen, selbst wenn er gar nicht weiß, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Ursprünglich kam diese Beratungsform aus Amerika zu uns und war als individuelle Begleitung von Managern in Toppositionen der Wirtschaft gedacht. Mittlerweile gibt es geschätzte 30000 ausgebildete Coaches in Deutschland und da stellt sich die Frage, ob dieser Weg noch lohnt.

Was ist denn nun unter professionellem Coaching zu verstehen? Es ist eine Form der Beratung, allerdings ohne Ratschläge zu erteilen. Als Coachs ist es unser Ziel, dass unsere Coachees ihre Ziele erreichen und dabei mit unserer Unter­stützung  ihre ganz eigenen Lösungen zu finden. Als Coachs begleiten wir unsere Kunden. Die Themen kommen weiterhin aus dem beruflichen Umfeld, wie Karriereplanung, Vorbereitung auf Führungsrollen, Bewältigung von Konflikten sowie die Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten. Häufig kommen in den Beratungen auch private und persönliche Themen. Oft geht es um Persönlichkeitsentwicklung. Stressbewältigung und Gesundheitserhaltung sind genauso Themen wie Bewältigung von schwierigen Situationen.

Kurz und gut – die Bandbreite der Themen ist enorm. Dafür benötigen Coachs ein profundes Fachwissen sowohl psychologischer Art, wie auch Kommunikation, Konfliktbewältigung, Führung und ähnliches.

Coachs bedienen sich dabei oft bei psychotherapeutischer Ansätzen, im Coaching sind diese aber auf die speziellen Bedingungen eines Coachingprozesses angepasst.

Coachingwissen ist heute in vielen Bereichen sinnvoll und gefragt. Führungskräfte setzen es ein, um ihre Führungsarbeit besser zu gestalten, Berater in unterschiedlichsten Bereichen können ihre Klienten nachhaltiger begleiten, Selbstständige ihr Angebot erweitern. Trainer profitieren genauso wie Ausbilder oder Personaler. Auch viele klassische Beratungs- und Helferberufe profitieren von diesem Wissen. Demzufolge finden sich ausgebildete Coachs auch oft in ganz normalen Positionen in Unternehmen und setzen ihr Wissen berufsbezogen ein. Der weitaus kleinere Teil macht sich als Coach selbstständig. Insgesamt sind mehr als 80% der ausgebildeten Coachs nur Teilzeit selbstständig als Coachs. Der kleinste Teil lebt ausschließlich davon. Die Einsatzbereiche sind vielfältig und weiten sich zunehmend aus. Nicht nur Industrie- und Dienstleitungsunternehmen nutzen Coaching als Instrument der Personalentwicklung und Führung, auch der Medizinsektor, der Öffentliche Dienst, in Schulen und Universitäten, im Sozialsektor – der Bedarf und die Einsatzfelder weiten sich aus.

Deshalb ist es weiterhin interessant, sich als Coach ausbilden zu lassen. Bereits heute erwarten einige Unternehmen von allen ihren Führungskräften, sich als Coach ausbilden zu lassen. Ohne Frage ist Coaching weiterhin das Zukunftsthema, das bei weitem noch nicht überall dort angekommen ist, wo dieses Wissen sinnvoll und notwendig wäre.