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„Wissen ist Macht, nichts Wissen macht nichts …?“ (Francis Bacon 1561)

24. Juli 2017, Irma Margarethe Wörns in Personal und Pädagogik

Google & Co. sind  nahezu jederzeit und allerorts verfügbar.

Weshalb muss ich mir das also merken? Wo ich doch allzeit nachlesen kann…
Und überhaupt, muss ich das alles wirklich wissen, ist das relevant?
Oder ist das doch eher „Glitzerzeug“ das niemand wirklich braucht.
Das Wort „Bildungslametta“  (Wilhelm Genazino) beschreibt diese Denkweise der modernen Generation treffend.  

Wer hat heute noch Lametta auf dem Christbaum?

Dass der technologische Fortschritt Fluch und Segen zugleich ist, ist uns allgegenwärtig. Unternehmen sind gefordert diesen Spagat (Fluch und Segen) zu beherrschen, um die Überlebensfähigkeit/ Wettbewerbs­fähigkeit  eines Unternehmens zu sichern. Es gilt die sich fortwährend ändernden Umwelteinflüsse wahrzunehmen und sich diesen anzupassen.

Globalisierung, die rasante Technologieentwicklung, der demografische Wandel aber auch die Politik und Gesetzgebung bspw. mit ihrer Arbeits­markt­politik, Sozial - und Bildungspolitik wirken auf die Unternehmen ein.

Es gilt sich all diesen Heraus­forderungen zu stellen. Aber wie?

Produktdifferenzierung / Produktinnovationen, Serviceleistungen oder Preisstrategien wirken nur bedingt, da Wettbewerber schnell darauf reagieren und Produkt­lebens­zyklen immer kürzer werden. Alleinstellungsmerkmale dauern nur kurz an.

Wie so häufig wird bei allen Wachstumsüberlegungen ein wesentlicher Faktor übersehen! Der Einsatz von Humankapital, Wissen, Forschung und Entwicklung (F&E) ….

Mitarbeiter stehen aufgrund der o.g. Entwicklungen neuen Heraus­forderungen gegenüber, denen sie zum Teil nicht gewachsen sind. Erstausbildungen reichen immer häufiger nicht mehr aus um eine lebenslange Beschäftigung zu garantieren. Erfahrungsgemäß trifft es die nur mangelnd ausgebildeten Mitarbeiter am häufigsten.

Dem Begriff „Employability“ kommt dabei eine besondere Signifikanz zu.

Was genau ist denn Employability?

Employability beschreibt die Leistungsfähigkeit/-disposition und -bereitschaft eines Mitarbeiters  (demzufolge den persönlichen, fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen sowie der individuellen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit) im Abgleich mit den Anforderungen der Arbeitswelt.

Das Ergebnis hieraus ist die Beschäftigungsfähigkeit = Employability.

Dementsprechend ist die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen durch sich stetig ändernde Umwelteinflüsse stark mit dem Stand der Mitarbeiter- und Weiterbildung verknüpft.

Auch zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbs­fähigkeit wird qualifizierte Weiterbildung als volkswirtschaftliche Notwendigkeit erachtet. (W.H. Staehle)

Um den einleitend genutzten Begriff  „Bildungslametta“  aufzugreifen, und der heutigen Zielgruppe der Lernenden  gerecht zu werden, hat sich auch im Weiterbildungsbereich ein Veränderungsprozess vollzogen.

In den Fokus von Weiterbildungen rücken demzufolge die Kürze der Aus­bildung, die Flexibilität der Aus­bildungsinhalte und die Praxisbezogenheit.

Damit wird auch der Forderung der Unternehmen nach Wirtschaftlichkeit von beruflichen Bildungsmaßnahmen entsprochen, ebenso wesentlich für die Unternehmen ist, dass das Gelernte schnell und sicher in den Arbeitsalltag zu transferiert werden soll! Eben kein Lametta mehr!

Betriebliche Weiterbildung hat die Aufgabe die zukünftig benötigten Qualifikationen sicherzustellen und diesen Anpassungsprozess zu begleiten.

Die Möglichkeiten zur Weiterbildung sind vielseitig und gehen mit dem Trend der Informationsgesellschaft einher.

Welche Wichtigkeit Weiterbildung für die so genannte Generation Y hat, zeigt eine Facebook – Umfrage:  (Stand 2015)

Was ist die Schussfolgerung hieraus?

Durch den immer größer werdenden Wettbewerbsdruck, wird zur Sicherung des Unternehmenserfolgs allzu oft die Konzentration lediglich auf Produktinnovationen, neue Technologien, effiziente Prozesse  etc. gelegt. 

Dies ist zweifellos ein gefährlicher Trend in einer modernen Gesellschaft, in der mehr und mehr Maschinen die körperliche Arbeit ersetzen und der Mensch Innovationen, kontinuierlichen Verbesserungen kreativ, selbstständig und verantwortungsvoll vorantreiben soll. 

Wie soll das gehen, wenn er selbst in seinen Kompetenzen nicht gewachsen ist? Wissen ist der Rohstoff unserer Zukunft!

„Wissen ist Macht, nichts Wissen macht nichts …?“ 

Nicht umsonst besagt das Zitat vom Philosophen und Politiker Francis Bacon, das Wissenschaft und menschliche Potenz insofern zusammenhängen, als Unkenntnis von Ursachen auch deren Wirkung zunichte macht.

Für den modernen Menschen bestätigt sich noch immer: Wissen ist die Basis aktiven Handelns – sei es in Bezug auf Wirtschaft, die Gesellschaft oder das eigene Leben.