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Lernen mit Karteikarten - ist das überhaupt noch zeitgemäß?

24. Januar 2018, BFZ Team in Lernmethoden

Karteikarten kennt man aus der Schulzeit vom lästigen Lernen der Vokabeln. Diese Lernmethode ist jedoch keinesfalls so schlecht wie ihr Ruf, sondern bietet richtig viele Möglichkeiten. Im Folgenden wird gezeigt, wie man Karteikarten vielseitig einsetzen kann, so dass ein schneller Lern­erfolg eintritt. Hat man erst einmal den positiven Effekt erfahren, stellt sich der Lernfortschritt von selbst ein.

Warum ist diese Lernmethode so erfolgreich?

Die ständige und systematische Wiederholung prägt sich besonders gut im Gedächtnis ein. Langeweile und eine vorzeitige Ermüdung werden vermieden. So stellt sich schnell ein Erfolgserlebnis ein, da das Lernen rasch und effektiv erfolgt.

Was braucht man zum Lernen mit Karteikarten?

Für diese Lernmethode benötigen Sie einen Karteikasten mit fünf immer größer werdenden Fächern und natürlich die Karteikarten, bei denen auf der Vorderseite die Frage und auf der Rückseite die Antwort steht. Die erstellten Lernkarten legen Sie im ersten Fach des Karteikastens ab. Nehmen Sie eine Lernkarte aus diesem Fach und lesen Sie die Frage auf der Vorderseite durch. Sagen Sie sich die Antwort im Geiste vor und vergleichen Sie diese anschließend mit der Antwort auf der Rückseite. Wenn Ihre Antwort korrekt war, legen Sie die Karte im zweiten Fach ab. Ansonsten verbleibt diese Karte Im ersten Fach. Empfehlenswert ist es maximal 10 -15 Lernkarten pro Lerneinheit durchzuarbeiten. Nach zwei Tagen gehen Sie alle Lernkarten des zweiten Faches durch. Wiederholen Sie den Vorgang wie beim ersten Mal, aber die richtig beantworteten Lernkarten legen Sie in das nächsthöhere Fach, also das Fach 3. Falsch beantwortete Lernkarten kommen zurück in das erste Fach. Sie benötigen einen Zeitplan, wann Sie welchen Plan durcharbeiten möchten. Bewährt haben sich folgende Zeitabstände:

Fach 1: täglich

Fach 2: nach 2-3 Tagen

Fach 3: nach etwa 10 Tagen

Fach 4: nach etwa 30 Tagen

Fach 5: nach etwa 90 Tagen

Diese Zeitangaben dienen zur Orientierung und sind nur grobe Anhaltspunkte. Entscheidend ist Ihre persönliche Lernfähigkeit, an der Sie die Zeitabstände der Wiederholungen anpassen müssen.

Beim Lernen mit der Karteikartenmethode sind folgende Punkte zu beachten:

#1 Frage und Antwort

Eine Karteikarte besteht aus Frage und Antwort. Der Lernstoff soll in Fragen strukturiert sein, bei der eine Hauptfrage nicht mehr als drei Unterfragen enthalten sollte, weil zu viel Inhalt  eine Überforderung des Lernenden bedeuten kann. Grundsätzlich gilt bei der Anzahl der Fragen, dass weniger mehr ist. Auch sollte man sich bei der Auswahl daran orientieren was der Prüfer wissen möchte. Besonders darum, weil die Mehrzahl der relevanten Fragen wahrscheinlich schon in Klausuren gestellt wurden.

#2 Eigene Formulierungen

Bei der Erstellung der Lernkarten tritt schon von selbst ein Lerneffekt ein. Allein das Formulieren der Fragen und der Antworten zwingt dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Was ist notwendig, welche Zusammenhänge müssen beachtet werden und was kann eventuell weggelassen werden? Auch wenn der Lerneffekt bei der Formulierung der Texte mit eigenen Worten am größten ist, so ist es doch notwendig den Inhalt richtig zu verstehen. Wichtig ist bei der Erstellung der Karteikarten, dass sie persönlich auf den Lernenden abgestimmt sind. Er muss damit gut umgehen können und sie müssen seiner Lernfähigkeit entsprechen.

#3 Visuelle Elemente

Um den Stoff effektiver erlernen zu können, eignen sich besonders visuelle Elemente, die den Text ergänzen und somit durch die Gleichzeitigkeit von Wort und Bild einen hohen Wiedererkennungswert erzeugen. Besonders gut haben sich Kombinationen von Fotografien oder Zeichnungen mit unterlegtem Text erwiesen. Wenn diese Kombinationen in Verbindung mit kurzen prägnanten Beschreibungen zusammentreffen, erhöht sich ganz bedeutend der Lerneffekt. Sollten bei diesem Lernen noch Emotionen hinzukommen, prägt sich das Erinnerte noch stärker im Gedächtnis ein.

#4 Lernen Sie aus den Karteikarten in beiden Richtungen

Eine weitere Möglichkeit Karteikarten effektiv zu verwenden ist das so genannte “umgedrehte Lernen“. Versuchen Sie über die Antwortseite der Karteikarte die entsprechende Frage zu ermitteln. Dadurch, dass Sie die Antwort zu einer Frage machen, erhöhen Sie Ihr Verständnis für das relevante Thema. Allerdings eignet sich nicht jede Fragestellung und Antwort für diese Möglichkeit.

Viel Erfolg beim Erstellen von Ihren individuellen Karten!

Tipp: Heutzutage gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Karteikarten online ganz einfach und schnell zu erstellen. Man kann so überall auf sie zugreifen: Über das Handy, das Tablet oder den PC. Außerdem kann man sie mit Freunden und Mitschülern schnell teilen, einfach verändern und reorganisieren.