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Texte richtig lesen

15. Dezember 2017, BFZ Team in Lernmethoden

Gute Lernergebnisse werden nicht hauptsächlich durch Begabung und Fleiß erzielt. Entscheidend für den Erfolg sind effektive Lernmethoden. Leider werden diese in der Praxis nicht in dem notwendigen Maß angewendet.

Zu den Basismethoden, die jeder kennt, gehört natürlich das Lesen. Jeder Prozess des Lernens ist zwangsläufig damit verbunden, Texte zu lesen, zu reflektieren und zu bearbeiten.

Als Erstes sollte das Leseziel, die Lesetechnik und die Leseweise definiert werden. Ist es notwendig den Text eingehend zu untersuchen oder genügt es ihn oberflächlich zu bearbeiten? Die Antwort ergibt sich aus den Anforderungen, die an der Textanalyse gestellt werden. Wenn aus dem Text nur eine einfache Information notwendig ist, genügt es ihn diagonal zu lesen. Soll eine tiefergehende Analyse erfolgen, muss der Text aktiv und kritisch gelesen werden.

Unter aktivem und kritischem Lesen versteht man, den Text durch Anmerkungen zu kommentieren, ihn wenn notwendig zu ergänzen und das Wichtigste zu markieren. Dadurch wird die Textanalyse besser strukturiert und die Aufmerksamkeitsschwelle des Lesers bleibt hoch. Die Aufnahmefähigkeit für das Lernen und Verstehen des Textes verbessert sich durch diese Technik deutlich. Die Textanalyse muss immer kritisch erfolgen. Sie soll den Text für den Leser nahbar machen und ihm bei allem Respekt vor der wissenschaftliche Arbeit, eine Analyse einfacher machen. Kritische Anmerkungen bieten für den Lesenden auch den Vorteil negative Emotionen über den Text zu verarbeiten und abzubauen.

Ein standardisiertes Markierungssystem macht die Arbeit übersichtlicher und oft wird dazu geraten das Lesen und Markieren des Textes nicht zeitgleich durchzuführen. Es besteht sonst die Neigung Textanmerkungen quantitativ zu überziehen. Stattdessen sollte von Absatz zu Absatz gelesen und anschließend markiert und kurz notiert werden. Als Beschränkung gilt, dass nur 10 bis 25% des Textvolumens markiert werden sollen. Abschließend wird der Text in Stichworten zusammengefasst.

Randmarkierungen, Kommentare und Textmarkierungen sollen einheitlich und klar sein. Im Folgenden sind die üblichen Randmarkierungen und Randkommentare dargestellt, die für alle Fachgebiete passen:

 

 

Randmarkierung  

Randkommentare

! wichtig 

!! sehr wichtig

? fragwürdig oder nicht verstanden

?! schlecht, stimmt nicht, unlogisch

X Widerspruch

// Erläuterung

Bsp. Beispiel

Def. Definition

A1  Argument Nr. 1

FF Forschungsfrage

Th These

  1. Vgl. Vergleiche
 

Außerdem können individuelle Markierungszeichen entworfen werden, die für Texte aus dem eigenen Fachgebiet angepasst sind.

Die Nachbereitung des Lesens ist auch eine wichtige Etappe in der Arbeit mit den wissenschaftlichen Texten. Man kann den Text noch einmal schnell durchgehen und überprüfen, ob alle Leseziele erreicht waren. Außerdem können Sie beim zweiten Lesen neue interessante Informationen finden, Ihre Notizen überarbeiten und, wenn es notwendig ist, erweitern.

Zur Veranschaulichung des Gelesenen ist es möglich eine Mind-Map zu erstellen. Dazu können sie das Thema des Textes in die Mitte eines horizontalen Blattes schreiben und die Schlüsselbegriffe mit den wichtigsten Aspekten des Themas in Unterästen hinzufügen. Es besteht immer die Möglichkeit die Mind-Map weiter zu untergliedern und dadurch den Inhalt optimal zu strukturieren. Diese Visualisierungstechnik hilft alle wichtigen Aspekten des Textes zuzuordnen.

Die Beachtung der oben aufgeführten Hinweise erleichtert Ihnen deutlich mit Texten effizient und ergebnisorientiert zu arbeiten.